U20 Poetry Slam 2026
„Wie groß die Macht der Worte ist, wird selten recht bedacht“, wusste Friedrich Hebbel schon im 19. Jahrhundert. Und Recht hatte er. Schließlich zählt es heute zu den unverzichtbaren Soft Skills für Leben und Beruf, sich selbst und die eigene Botschaft ausdrücken und präsentieren zu können. Genau das ist es, was die 30 Teilnehmerinnen und […]

„Wie groß die Macht der Worte ist, wird selten recht bedacht“, wusste Friedrich Hebbel schon im 19. Jahrhundert. Und Recht hatte er. Schließlich zählt es heute zu den unverzichtbaren Soft Skills für Leben und Beruf, sich selbst und die eigene Botschaft ausdrücken und präsentieren zu können. Genau das ist es, was die 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den beiden Workshops rund um den U20 Poetry Slam lernen.
Was ist ein Poetry Slam?
Ein Poetry Slam ist wörtlich übersetzt eine „Dichterschlacht“. So blutig wie es klingt, geht es aber gar nicht zu – tiefgründig dafür oftmals aber umso mehr. Denn beim Poetry Slam ist alles erlaubt, was mit Wörtern, Botschaften und dem Vortragen auf der Bühne zu tun hat:
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer präsentieren ihre selbst verfassten Werke vor dem Publikum. Ob es sich dabei um ein Gedicht, Lyrik, Comedy oder Prosa handelt, entscheiden die Autorinnen und Autoren selbst. Genau wie über den Inhalt. Von politischer Satire über ganz persönliche Gefühle bis hin zu lustigem Nonsens ist alles erlaubt. Genau das macht einen Poetry Slam unvergleichlich vielseitig.
Das Publikum hört dadurch Vorträge von Autorinnen und Autoren, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Am Ende entscheiden sie mit ihrem Applaus oder via Abstimmung, welcher Vortrag gewinnt.
In Wahrheit gibt es jedoch ohnehin nur Gewinner gibt: Die Zuhörerinnen und Zuhörer gewinnen einen unterhaltsamen Abend voller Botschaften, die zum Nachdenken anregen. Die Autorinnen gewinnen Erfahrungen und Selbstsicherheit, die ihnen niemand mehr nehmen kann.
Genau das ist der Grund, warum der U20 Poetry Slam so unterstützenswert für den Verein Freunde der Stadtbücherei Lüdenscheid e. V. rund um ihren Vorsitzenden Rolf Scholten ist: Die jungen Autorinnen und Autoren bauen im Rahmen der Workshops und des Slams in kürzester Zeit Präsentations-, Sprach- und Schreibfähigkeiten auf, die ihnen in ihrem beruflichen und privaten Leben maßgeblich weiterhelfen.
Wir als Bürgerstiftung freuen uns sehr, ein so großartiges Projekt unterstützen zu können.
Wie unterstützt die Bürgerstiftung?
Damit der U20 Poetry Slam mitsamt Workshops wieder stattfinden kann, ziehen mehrere Partner an einem Strang. Die Bürgerstiftung unterstützt mit einer Spende von insgesamt 2.700 € und ermöglicht dadurch gemeinsam mit dem Verein Freunde der Stadtbücherei Lüdenscheid e. V. und dem Förderverein des Bergstadt-Gymnasiums folgende Inhalte:
Workshops
Herzstück des Projekts sind zwei zweitägige Poetry-Slam-Workshops am 10. und 11. September 2026 sowie am 29. und 30. September 2026. Insgesamt 30 Schülerinnen und Schüler erhalten hier eine professionelle Einführung in Textarbeit und Bühnenpräsenz. Ganz nach dem Motto: Dein Text, dein Mikro, deine Bühne!
Geführt werden die Workshops von Marian Heuser: Profi Poetry-Slammer, Autor und Moderator. Mit ihm entwickeln die Jugendlichen eigene Slam-Texte, probieren verschiedene Genres aus und trainieren, wie man Inhalte so vorträgt, dass sie ankommen: verständlich, authentisch und mit Haltung.
Dabei geht es nicht nur um Kreativität, sondern (vor allem) auch um Selbstvertrauen. Denn wer sich mit einem eigenen Text vor andere stellt, wächst fast zwangsläufig ein Stück über sich hinaus.
Event
Der Höhepunkt folgt am 6. November 2026: Dann findet der U20 Poetry Slam in der Mensa der Adolf-Reichwein-Gesamtschule statt. Hier treten die Jugendlichen aus den beiden beteiligten Schulen gegeneinander an: Jeweils sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehen auf die Bühne und präsentieren ihre selbstverfassten Texte live vor Publikum.
Auch bei der Abschlussveranstaltung führt Marian Heuser als bewährter Moderator durch den Abend. Das Publikum entscheidet am Ende mit Abstimmungskärtchen in drei Kategorien, wer gewinnt.
Bonus: Ein kleines Team der Adolf-Reichwein-Gesamtschulte hat außerdem einen Auftritt bei der Nacht der Kultur in der Stadtbücherei.
Langfristige Kooperation mit den teilnehmenden Schulen
Damit der Poetry Slam nicht nur ein einmaliges Event bleibt, sondern nachhaltig wirkt, setzt das Projekt bewusst auf eine enge und verbindliche Zusammenarbeit mit Schulen im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung.
Deshalb ist Voraussetzung, dass die teilnehmenden Schulen den Workshop fest in ihr schulisches Programm integrieren. So ist gesichert, dass genügend Jugendliche erreicht werden und die Inhalte auch im normalen Schulalltag einen Platz finden, beispielsweise in AGs, Kursen oder im kulturellen Programm.
Warum ist das so wichtig?
Rolf Scholten, Vorsitzender der Freunde der Stadtbücherei Lüdenscheid e.V. ist immer wieder begeistert: „Es ist einfach toll zu sehen, wie sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer innerhalb so kurzer Zeit weiterentwickeln.“ Als ehemaliger Deutschlehrer am Bergstadt-Gymnasium Lüdenscheid freut er sich natürlich auch darüber, dass junge Menschen eigene Texte erschaffen, und sich dabei selbst zum Ausdruck bringen. Oft mit ganz persönlichen oder politischen Themen. Aber noch wichtiger ist ihm, dass sie dabei über sich hinaus wachsen: „Frei sprechen und sich selbst präsentieren zu können ist heute unverzichtbar im Berufsleben.“
Im Workshop erleben viele Jugendliche zum ersten Mal, was passiert, wenn sie ihre eigenen Gedanken ernst nehmen und in Worte fassen. Sie lernen, dass Sprache ein Werkzeug ist – und manchmal auch ein Ventil. Gerade die Texte mit Tiefgang zeigen, wie wichtig es ist, jungen Menschen Räume zu geben, in denen sie ihre Perspektiven ausdrücken können. Und genau das tut der U20 Poetry Slam.
Hintergründe und Mehrwert
Das Projekt ist in Lüdenscheid kein Neuling. Bereits 2019, 2020, 2022, 2023, 2024 und 2025 wurden entsprechende Veranstaltungen organisiert, mehrfach gefördert durch Bürgerstiftung und Sparkasse. Aus den Erfahrungen heraus wurde 2022 ein Modell entwickelt, das sich besonders bewährt hat: verbindliche Kooperationen mit Schulen, Integration in den Schulalltag und damit eine nachhaltige Wirkung statt einmaliger Aktion.
Genau darin liegt auch der besondere Mehrwert für unsere Region. Denn hier entsteht nicht nur ein Kulturangebot in der Stadtbücherei, sondern eine echte Brücke zwischen Schule, Bibliothek und Jugendkultur. Die Schulen gewinnen dabei ein Format, das pädagogische Ziele aufgreift, ohne belehrend zu sein: Schreiben, Umgang mit Texten, Präsentation, Selbstbewusstsein.
Das Ergebnis sehen Sie am 6. November 2026
Was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer formuliert haben, erleben Sie live auf der Bühne. Am 6. November 2026 in der Mensa der Adolf-Reichwein-Gesamtschule – der Eintritt ist frei!