Neuer Wald für den Gutshof Wigginghausen
Ein besonderer Wohnort braucht eine besondere Umgebung: Der Gutshof Wigginghausen der Lebenshilfe Lüdenscheid – Märkischer Kreis e.V. gibt Menschen mit Beeinträchtigungen die Möglichkeit naturnah zu leben. Durch die Spende der Bürgerstiftung aus der Zustiftung der Eheleute Rothenberg können nun weitere Waldflächen rund um den Gutshof wieder aufgeforstet werden, die zuvor vom Borkenkäfer beschädigt wurden.
Über den Gutshof Wigginghausen
Ein Zuhause ist mehr als ein Dach über dem Kopf. Es ist ein Ort, an dem Menschen ankommen dürfen. Ein Ort, der zu ihnen passt. Ein Ort, an dem sie Ruhe finden, Gemeinschaft erleben und ihr Leben so gestalten können, wie es ihren Bedürfnissen entspricht.
Für 24 Menschen mit Beeinträchtigungen ist der Gutshof Wigginghausen in Lüdenscheid genau so ein Zuhause. Hinzu kommen zwei Krisenplätze, die Menschen in Notsituationen einen Ort zum Ankommen und Festigen bieten. Die Wohnstätte der Lebenshilfe Lüdenscheid – Märkischer Kreis e.V. liegt nicht in der Stadt, sondern außerhalb in Lüdenscheid-Wigginghausen. Inmitten von Wald und Feldern finden die Bewohnerinnen und Bewohner hier Ruhe und die Nähe zur Natur. Genau das macht diesen Ort so besonders.
Denn hier wird etwas möglich, das für viele Menschen selbstverständlich klingt, aber nicht selbstverständlich ist: die freie Wahl des Wohnumfeldes. Menschen mit Beeinträchtigungen haben auf dem Gutshof die Möglichkeit, sich für ein ländliches Umfeld zu entscheiden. Während sich die meisten anderen inklusiven Wohneinrichtungen eher in einem urbanen Umfeld befinden, ist der Gutshof hier eine seltene Möglichkeit für ein Leben auf dem Land.
Dass es diesen Ort heute in dieser Form gibt, ist keine Selbstverständlichkeit. Der Gutshof Wigginghausen musste 2018 abgerissen und neu gebaut werden, weil das alte Gebäude den heutigen Anforderungen an barrierearmes Wohnen nicht mehr gerecht werden konnte. Die Lebenshilfe hat damit viel mehr geschaffen als moderne Räume: Sie hat einen Ort erhalten, an dem Menschen mit Beeinträchtigungen auch weiterhin im Grünen leben können.
Über das Projekt
Doch genau dieses Leben im Grünen hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert – für alle Menschen in unserer Region und so auch für die Menschen auf dem Gutshof Wigginghausen. Wie viele andere Waldflächen wurde auch der Wald rund um den Gutshof durch die heißen Sommer und den damit verbundenen Borkenkäferbefall stark beschädigt. Viele Bäume starben ab, mussten gefällt und aus dem Wald geholt werden. Zurück blieben kahle Flächen, die nicht nur ökologisch schmerzhaft sind, sondern auch das Erscheinungsbild und das Lebensgefühl vor Ort verändern.
Für einen Wohnort, der so eng mit Natur, Ruhe und Wald verbunden ist, ist das umso einschneidender: Wo vorher Bäume Schutz, Schatten und Geborgenheit gegeben haben, entstanden offene Totholzflächen. Für die Bewohnerinnen und Bewohner, die sich bewusst für ein Leben in dieser ländlichen Umgebung entschieden haben, verändert sich damit auch ein Stück ihres Zuhauses.
Deshalb war für die Lebenshilfe früh klar: Der Wald rund um den Gutshof Wigginghausen soll wieder aufgeforstet werden. Für die Menschen auf dem Gutshof, für den besonderen Lebensort – und natürlich auch für Natur und Klima.
Bei der Aufforstung setzt die Lebenshilfe bewusst auf eine widerstandsfähige heimische Mischbepflanzung. So entsteht nach und nach ein Wald, der vielfältiger, stabiler und besser auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet ist.
Die Spende ermöglicht schnell den nächsten Schritt
Bereits 2024 konnte die Lebenshilfe durch eine Spendenaktion einen ersten Teil der betroffenen Flächen wieder aufforsten. Nun wird auch der nächste Abschnitt schneller als gedacht wieder grün.




Aus der Zustiftung der Eheleute Rothenberg konnte die Bürgerstiftung in diesem Jahr eine zweckungebundene Spende in Höhe von 6.000 € an die Lebenshilfe auszahlen. Dadurch kann die Bepflanzung des nächsten Abschnitts nun schon im Herbst 2026 beginnen.
„Wofür leben wir, wenn nicht darum,
die Welt füreinander weniger schwierig zu machen?“Heike und Hubert Rothenberg, Zustifter der Bürgerstiftung
Für die Bürgerstiftung ist dieses Projekt ein schönes Beispiel dafür, wie konkrete Hilfe vor Ort aussehen kann: unkompliziert, nachhaltig und mit einem direkten Nutzen für die Menschen in der Region. Denn hier geht es nicht nur um neue Bäume – es geht darum, einen besonderen Lebensort zu bewahren.
Ein Projekt, das weiterwächst
Bis aus den frischen jungen Pflanzen wieder ein richtiger Wald entsteht, wird Zeit vergehen. Doch jeder Baum, der im Herbst gesetzt wird, ist ein Anfang für mehr Grün, mehr Schutz und mehr Lebensqualität. Und vor allem: ein Anfang für die Gewissheit, dass der Gutshof Wigginghausen auch in Zukunft ein Ort bleibt, an dem Menschen mit Beeinträchtigungen gut und selbstbestimmt leben können.