Naturschutzzentrum MK e.V. macht Umweltbildung für die Schule von morgen
Insektensterben, Waldsterben, Bodenverlust – die großen ökologischen Herausforderungen unserer Zeit sind abstrakt, solange man sie nur aus den Nachrichten kennt. Das Naturschutzzentrum Märkischer Kreis e.V. will das ändern und Schülerinnen und Schülern die Zusammenhänge dort erfahrbar machen, wo sie am besten zu verstehen sind: draußen in der Natur, mit den eigenen Händen im Waldboden.
Über das Naturschutzzentrum
Eigentlich ist das Naturschutzzentrum vor allem eine halbwissenschaftliche Institution: Gefördert vom Land NRW und dem Märkischen Kreis beobachtet und dokumentiert es, was in der Region mit Insekten, Wäldern und Arten passiert, plant Maßnahmen, gestaltet den „Urwald von morgen“ und engagiert sich in Artenschutzprojekten.
Seit dem Umzug in den Naturerlebnishof Stilleking-Oelken ist ein zweiter Schwerpunkt hinzugekommen: die Umweltbildung von Kindern und Jugendlichen. Erste Pilotschulen mit eigenem Schulwald gibt es bereits, ebenso das Programm „Ökosystem Wald – live“. Was bislang fehlte, war der nächste Schritt: eine Bildungsarbeit, die dauerhaft im Schulunterricht verankert ist und dem großen Ziel der Vereinten Nationen folgt.
Das Projekt: Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als Leitlinie
Genau hier setzt das neue Projekt an. Es orientiert sich an den Prinzipien der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE): Einem Bildungskonzept, das die Vereinten Nationen im Rahmen ihrer 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung verfolgen, damit Menschen die Auswirkungen ihres eigenen Handelns auf die Welt verstehen.
Einrichtungen mit entsprechenden Bildungsangeboten können sich offiziell als BNE-Anbieter zertifizieren lassen. Genau diese Zertifizierung strebt nun auch das Naturschutzzentrum an. Nicht zuletzt, weil sie langfristig auch den Zugang zu weiteren Fördermitteln erleichtern soll.
Konkret werden dafür zwei Programme entwickelt:
- „Ökosystem Wald – live“: das Programm existiert bereits und soll nun grundlegend nach BNE-Kriterien überarbeitet werden.
- „Ökosystem Boden – live“: das Programm wird komplett neu entwickelt.
In beiden geht darum, Natur und Klima erlebbar zu machen. Die Schülerinnen und Schüler der drei von Beginn an beteiligten Schulen (Bergstadt Gymnasium, Zeppelin Gymnasium, Pestalozzi Grundschule) erschließen globale Zusammenhänge, verstehen ganz konkrete Signale der Natur und erkennen die Konsequenzen ihres eigenen alltägliches Handelns. Damit die Inhalte auch wirklich im Schulalltag ankommen, werden sie eng an die Lehrpläne der beteiligten Jahrgangsstufen angepasst.
Lernort: Im Wald und im Klassenzimmer
Die praktische Arbeit mit den Kindern erfolgt bevorzugt interaktiv direkt im Wald. Dafür sind die beiden Pädagoginnen des Naturschutzzentrums mit den Schülerinnen und Schülern in der Natur am Stilleking unterwegs.
Hinzu kommt ein weiteres Herzstück des Projekts: Schulen können Themenkoffer mit abgestimmten Lehrmaterialien für die eigenständige Nutzung ausleihen. Das Naturschutzzentrum schult dafür die Lehrkräfte, die die Programme anschließend selbst im Unterricht einsetzen können – sowohl im Klassenzimmer als auch in der Natur rund um die eigene Schule.
Dass dieser Weg über eigene Materialien so wichtig ist, hat einen praktischen Grund: Über das Förderprogramm „Natursprinter MK“ können Schulklassen zwar kostenfrei zu Bildungsorten wie dem Naturschutzzentrum fahren, die Mittel dafür sind jedoch begrenzt und häufig schon im Spätsommer aufgebraucht. Wer keine Fahrt mehr finanziert bekommt, soll trotzdem nicht leer ausgehen – deshalb entstehen Materialien, die auch direkt in der Schule oder im nahen Umfeld eingesetzt werden können.
Wie die Bürgerstiftung hilft
Hinter der vermeintlich einfachen Idee steckt ein großes Stück Arbeit: Neben den fachlichen Inhalten müssen Organisation, Versicherungsfragen und rechtliche Rahmenbedingungen für die Ausleihe und den Außeneinsatz geklärt werden. Details, die ein Projekt dieser Größenordnung erst möglich machen.
Die Bürgerstiftung beteiligt sich mit 15.000 € an den entstehenden Kosten.
Erste Praxisluft im Sommer 2027
Das Projekt ist im Juni 2026 gestartet. Das Team des Naturschutzzentrums erarbeitet die Anforderungen der Schulen, entwickelt Inhalte, sichtet geeignete Flächen in der Natur und mehr. Immer im Hinblick auf die BNE-Zertifizierungsanforderungen.
Waldluft schnuppern die Schülerinnen und Schülern dann bereits im Sommer 2027 in der Pilotphase: Mit den ersten Koffern geht es zum ersten Mal im Rahmen dieses Projekts in die Natur, um die Inhalte zu erproben.
Doch die Kinder in Lüdenscheid müssen nicht bis 2027 warten, um etwas über unsere Natur zu lernen: Da das Projekt „Ökosystem Wald – live“ bereits läuft (wenn auch noch nicht nach BNE-Vorgaben) und das Naturschutzzentrum ein umfassendes Programm zur Umweltbildung hat, ist das Team schon jetzt regelmäßig mit Schulklassen und Jugendgruppen in der Natur unterwegs.






















